EGOistIN Newsletter Oktober 2009  
 
 
Liebe Selbstentdeckerin und lieber Selbstentdecker,

 

es wird Herbst. Die Tage werden kürzer, die Blätter welken, die Temperaturen sinken ... Das sind an sich schon genug Gründe zum Meckern und Kritisieren. Doch da kommt ja auch noch die politische, weltwirtschaftliche und auch die persönliche Situation dazu.

 

Wir alle haben einen "inneren Kritiker", der immer und alles kommentiert, hinterfragt und für seine Schwarzmalerei bekannt ist. Dieser innere Anteil darf heute mal im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen. Er macht ja schließlich einen wichtigen Job: Er warnt und beschützt uns davor, Fehler zu machen. In der folgenden Geschichte habe ich ein paar Fehler versteckt, die es zu finden gilt!

 

"Der Sprung in der Schüssel"

 

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die Zwei große schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen die sie über ihren Schultern trug.

 

Eine der Schüseln hatte einen Sprung, währent die Andere makellos war und stetz eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus, der Alten Frau war die andere Schüssel jedoch immernur noch halbvoll.

 

Zwei Jahre lang geschah dieß täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr Stolz auf ire Leistung aber die arme Schüssel mit den Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, daß sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.

 

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein entloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zuder alten Frau: "Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läufft."

 

Die alte Frau lächelte. "Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?"

 

"Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesäht, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gihßt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konte ich diese Wunder schönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese schönheit nicht existiren und unser Haus beehren."

 

Jeder von uns hat seine ganz eigenen Macken und Fehler, aber es sind die Makken und Sprünge, die unser Leben so interressant und lohnenswerd machen. Man sollte jede Person einfach so nehmen, wie sie ist und das Gute in ihr sehen.

 

Also, an all meine Freunde mit einem Sprung in der Schüssel, habt einen wundervollen Tag und vergesst nicht, den Duft der Blumen auf eurer Seite des Pfades zu genießen. (Autor unbekannt)

 

Wie war es, die Geschichte mit den Augen des Kritikers zu lesen? War er in der Lage, die versteckten Fehler zu finden? Für alle, die beruflich im Bereich Controlling tätig sind, ist es normal den Fokus auf die Fehler zu richten. Auch durch unsere Erziehung wurde uns beigebracht, dass Fehler schlecht sind und vermieden werden müssen. Dadurch ist der "innere Kritiker" bei vielen im Dauereinsatz und verhindert den Zugang zu den anderen Anteilen, die auch alle wichtig sind. Ein ausgewogenes Verhältnis aller Anteile führt zu einem ausgeglichenen Leben. Das Gute ist, wir können entscheiden, mit welchem inneren Anteil wir etwas "sehen" wollen, also, durch welche Brille wir unsere Welt betrachten wollen.

 

Wie wäre es, wenn wir die Geschichte noch einmal lesen würden und dieses Mal nicht die Fehler suchen, sondern die Botschaft des Textes mit unserem Herzen verstehen würden? Gäbe es einen Unterschied? Ich freue mich auf zahlreiche Feedbacks!

 

KLEINigkeiten: kritisch

 

Foto: © Carsten Antelmann

 

Eines meiner Lieblingsbücher

 

"Tu, was dir am Herzen liegt"

Von Andrew Matthews.

 

Kurzbeschreibung:

Dieses Buch zeigt exemplarisch, wie Menschen denken und handeln, die Freude am Leben haben und erfolgreich sind. Es vermittelt mit Witz und Humor, wie man dahin kommt, eine Arbeit zu tun, die man gerne macht - sich selbst und die anderen lieben, das heißt akzeptieren lernt - sein inneres Gleichgewicht findet - sein Leben meistert, indem man die Verantwortung dafür übernimmt. (anschauen)

 

abschließend

 

Kritisch betrachtet: Was ist auf unserem Oktoberfoto zu sehen? Nur eine verwelkte Rose? Jeder kann es mal ausprobieren: Nehmt einfach mal bewusst eine "andere Brille" auf die Nase und schaut Euch in der Welt um ... Ihr werdet vermutlich eine ganz andere entdecken.

 

Viel Neues wünscht Euch

Andrea Fricke

Oktober 2009

 

Ich freue mich immer über ein Feedback.

 

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Andrea Fricke, Herzberger Landstr. 25a, 37085 Göttingen